Dr. Ayşe Atay
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All-on-4 oder All-on-6: Welche Lösung für den ganzen Kiefer?

Assoc. Prof. Dr. Ayşe Atay — Prothetik-Spezialistin, Istanbul
Medizinisch verfasst von Assoc. Prof. Dr. Ayşe Atay, Prothetik-Spezialistin (PhD) · AACD-Mitglied · Istanbul
Aktualisiert Juli 2026
Dr. Ayşe Atay plant eine Implantatversorgung des gesamten Kiefers in ihrer Istanbuler Klinik

Die kurze Antwort: Beide Konzepte ersetzen einen kompletten Zahnbogen durch eine feste Brücke auf Implantaten. All-on-4 kommt mit vier Implantaten aus — die hinteren beiden werden angewinkelt gesetzt, um den dichteren Knochen im vorderen Kiefer zu nutzen. Deshalb funktioniert es oft ohne Knochenaufbau. All-on-6 verteilt die Kaukräfte auf sechs Implantate, benötigt dafür aber mehr Knochenvolumen, vor allem im hinteren Kieferbereich. Keines der Konzepte ist automatisch besser: Die richtige Antwort liefert das 3D-Röntgen Ihres Kiefers — nicht die Preisliste.

Kernfakt: Beim All-on-4-Konzept werden die beiden hinteren Implantate bewusst angewinkelt — üblicherweise um 30–45° —, damit sie im stabileren Knochen des vorderen Kiefers verankern und dabei Kieferhöhle (Oberkiefer) bzw. Nervkanal (Unterkiefer) umgehen. Diese Neigung ist der Grund, warum viele Patienten mit der Diagnose „zu wenig Knochen" trotzdem feste Zähne ohne Knochenaufbau erhalten können.

All-on-4 und All-on-6 im Überblick

All-on-4All-on-6
Implantate pro Kiefer4 (2 gerade vorn, 2 angewinkelt hinten)6, gleichmäßiger verteilt
KnochenbedarfGeringer — nutzt den dichten vorderen KieferknochenHöher, vor allem im hinteren Kiefer
KnochenaufbauOft vermeidbarWahrscheinlicher, wenn der hintere Kiefer geschrumpft ist
LastverteilungKonzentriert auf 4 PfeilerVerteilt auf 6 Pfeiler
Typische EignungMittlerer bis fortgeschrittener KnochenabbauGutes Knochenangebot, kräftiger Biss
Relative KostenNiedriger — weniger ImplantateHöher — zwei Implantate mehr

So funktioniert All-on-4

All-on-4 wurde entwickelt, um auch nach Jahren des Knochenabbaus feste Zähne zu ermöglichen. Pro Kiefer werden vier Implantate gesetzt: zwei senkrecht im Frontbereich, zwei angewinkelt weiter hinten. Auf diesen vier Pfeilern wird eine Vollbrücke mit zehn bis zwölf Zähnen verschraubt — ohne Gaumenplatte, ohne Haftcreme, nichts Herausnehmbares. In geeigneten Fällen kann schon in den ersten Tagen nach dem Eingriff eine festsitzende provisorische Brücke eingesetzt werden (Sofortversorgung); die endgültige Brücke folgt, sobald die Implantate eingeheilt sind — typischerweise nach 3–6 Monaten.

Der Kern der Idee ist Geometrie: Durch die Neigung der hinteren Implantate lassen sich längere Implantate in dem Knochen verankern, der vor Kieferhöhle und Nervkanal noch vorhanden ist. Genau das macht einen Knochenaufbau häufig überflüssig — und hat All-on-4 zur Standardantwort für stark geschrumpfte Kiefer gemacht.

Was All-on-6 zusätzlich bietet

All-on-6 folgt demselben Prinzip mit zwei zusätzlichen Implantaten pro Kiefer. Die Kaulast verteilt sich auf sechs statt vier Pfeiler, die Brückenspannen zwischen den Implantaten werden kürzer, und die frei auskragenden Brückenenden hinter dem letzten Implantat (Cantilever) lassen sich verkleinern oder ganz vermeiden. Manche Behandler schätzen zudem die Reserve: Bei sechs Pfeilern ist der Verlust eines einzelnen Implantats für die Gesamtkonstruktion weniger kritisch.

Der Preis dafür ist biologisch: Sechs Implantate brauchen mehr Knochen — ausgerechnet im hinteren Kiefer, der nach Zahnverlust zuerst schrumpft. Fehlt dieses Volumen, wird All-on-6 nur mit Zusatzeingriffen wie Sinuslift oder Knochenaufbau möglich, die zusätzliche Heilungszeit bedeuten. Studien zeigen für beide Konzepte hohe Überlebensraten; der ehrliche Unterschied liegt nicht in der Qualität, sondern darin, wo die Abstützung sitzt und wie viel Knochen sie voraussetzt.

Das Knochenangebot entscheidet — nicht der Katalog

Der wichtigste Schritt vor jeder Komplettversorgung ist ein 3D-Röntgen (DVT). Es zeigt exakt, wie viel Knochen vorhanden ist, wo Kieferhöhlenboden und Nervkanal verlaufen und wie dicht der Knochen ist. Im Oberkiefer dehnen sich die Kieferhöhlen nach Zahnverlust natürlicherweise aus, und der Knochen ist weicher — deshalb wird der Oberkiefer bei ausreichendem Volumen häufig mit sechs Implantaten versorgt, während der dichtere Unterkiefer oft mit vier sehr gut funktioniert. Eine Klinik, die Ihnen ein festes Konzept nennt, bevor sie ein 3D-Bild gesehen hat, rät.

Die prothetische Perspektive: Die Brücke zählt so viel wie die Implantate

Als Prothetikerin plant Dr. Atay Komplettversorgungen von den Zähnen aus rückwärts. Die endgültige Brücke — Zahnstellung, Bissrelation, Material — bestimmt, wo die Implantate sitzen sollen, nicht umgekehrt. In diese prothetisch geführte Planung fließen ein:

Aus diesem Blickwinkel ist die Implantatzahl eine Variable in einer größeren Ingenieursaufgabe — wichtig, aber nie die ganze Geschichte. Mehr zur Behandlung selbst finden Sie auf unserer All-on-4-Seite.

Für wen eignet sich welche Lösung?

Behandlung in Istanbul: der typische Ablauf in zwei Reisen

Komplettversorgungen aus Istanbul folgen meist einem Zwei-Reisen-Muster. Die erste Reise von rund einer Woche umfasst 3D-Diagnostik, eventuelle Extraktionen, die Implantation und — in geeigneten Fällen — feste provisorische Zähne. Nach 3–6 Monaten Einheilzeit zu Hause wird auf einer zweiten Reise von etwa einer Woche die endgültige Brücke eingegliedert. Die Kosten liegen in Istanbul typischerweise 60–70 % unter westeuropäischem Niveau — bei denselben internationalen Implantatmarken; lassen Sie sich die Markendokumentation selbstverständlich aushändigen. Sind fehlende Zähne nur Teil eines größeren Problems, ist eine Komplettsanierung oft der bessere Planungsrahmen.

Finden Sie heraus, welche Lösung Ihr Kiefer wirklich trägt

Senden Sie ein Panoramaröntgen oder DVT, falls vorhanden — oder einfach ein paar Fotos. Das Team von Dr. Atay prüft Ihren Fall ehrlich und unverbindlich.

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Häufige Fragen

Ist All-on-6 besser als All-on-4?

Nicht pauschal. All-on-6 verteilt die Kaulast auf mehr Implantate, braucht aber mehr Knochen; All-on-4 nutzt begrenzten Knochen optimal, indem die hinteren Implantate angewinkelt werden. Beide Konzepte zeigen in Studien hohe Erfolgsraten — die richtige Wahl ergibt sich aus Ihrem 3D-Röntgen, Ihren Kaukräften und Ihrer Kieferform.

Können vier Implantate wirklich einen ganzen Kiefer tragen?

Ja, in geeigneten Fällen. Die angewinkelten hinteren Implantate verankern im dichteren Knochen des vorderen Kiefers, und die vier Pfeiler werden so positioniert, dass sie die Last einer festen Vollbrücke gemeinsam tragen. Das Konzept wird seit über zwei Jahrzehnten international angewendet und wissenschaftlich begleitet.

Brauche ich für All-on-4 oder All-on-6 einen Knochenaufbau?

All-on-4 wurde gerade dafür entwickelt, einen Knochenaufbau möglichst zu vermeiden, indem der vorhandene Knochen optimal genutzt wird. All-on-6 benötigt mehr Knochenvolumen — ist der hintere Kiefer geschrumpft, gehören Knochenaufbau oder Sinuslift öfter zum Plan. Die definitive Antwort liefert ein DVT (3D-Röntgen).

Wie lange halten feste Zähne auf Implantaten?

Die Implantate selbst können bei guter Mundhygiene und regelmäßigen Kontrollen Jahrzehnte halten. Die Brücke unterliegt Verschleiß und kann über die Jahre Wartung oder Erneuerung brauchen — Materialwahl und Bissschutz spielen eine große Rolle. Individuelle Ergebnisse variieren.

Wie viele Reisen nach Istanbul braucht die Behandlung?

Typischerweise zwei: eine erste Reise von etwa einer Woche für die Implantation — in geeigneten Fällen mit festem Provisorium — und nach 3–6 Monaten Einheilzeit eine zweite Reise für die endgültige Brücke.

Assoc. Prof. Dr. Ayşe Atay
Assoc. Prof. Dr. Ayşe Atay ist Prothetik-Spezialistin (PhD, Ege-Universität) und Associate Professor (Altınbaş-Universität) und praktiziert ästhetische Zahnmedizin bei DentFixTurkey in Şişli, Istanbul. Sie ist AACD-Mitglied, Mitglied der European Prosthodontic Association und Autorin von 17+ wissenschaftlichen Publikationen. Sie behandelt internationale Patienten auf Deutsch, Englisch, Türkisch und Polnisch. Mehr über Dr. Atay →